15.07.2023

Millimeterarbeit im Gelände

Strahlende Sonne, Hitze, Staub, LKW Motoren, durchdrehende Reifen und Millimeterarbeit. So lässt sich die Geländefahrausbildung am letzten Wochenende beschreiben.

38 Kraftfahrer aus dem Regionalbereich Darmstadt übten unter den scharfen Blicken der acht Ausbilder das Fahren im Gelände und testeten die Grenzen ihrer Fahrzeuge aus.

Um 6 Uhr morgens ging zusammen mit den Teilnehmern des Ortsverbands Viernheim per Kolonne los zum Übungsgelände. Nachdem alle Teilnehmer der elf Ortsverbände des Regionalbereichs Darmstadt eingetroffen waren, gab es durch den Initiator Michael Gölz um 9 Uhr die erste Einweisung in das Gelände und alle Teilnehmer wurden in Gruppen auf die acht Ausbilder aufgeteilt.

Auf dem Plan für die zwei Tage standen: Die Einweisung in die Bedienung der Ladebordwand, das korrekte und sichere Bedienen der Seilwinde, das Rangieren mit Anhänger und das Allerwichtigste: das Fahren im Gelände.

Die Theorie, die für diese doch sehr praktische Ausbildung notwendig ist, wurde bereits in der Woche zuvor Online mit den Teilnehmern durchgenommen.
Hierbei wurde unter Anderem für jeden Fahrzeugtyp, den es im THW gibt, geklärt, welche Getriebearten verbaut sind, welche Achsen angetrieben werden, welche Kupplung verwendet wird und was die zugehörigen Vor- und Nachteile sowie deren Grenzen sind. Ein weiteres Thema waren die speziellen Fahrmodi wie zum Beispiel Allrad, die manche unserer Fahrzeuge besitzen. Praxisbezogene Begriffe wie Böschungswinkel, und wieso ein kleiner Böschungswinkel schlecht ist, wurden ebenfalls erläutert.

Gegen 10 Uhr teilten sich die Gruppen mit ihren Ausbildern auf und legten los. Bis 18:30 hieß es wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Denn das THW kommt auch dann zum Einsatz, wenn Straßen nicht mehr intakt sind und spätestens nach der Flutkatastrophe 2021 im Ahrtal wurde die Fähigkeit, im Gelände zu fahren, auf die Probe gestellt. Dabei kommt es nicht nur auf geländefähige Ausstattung sondern auch auf das Können der Kraftfahrer, die ihr Fahrzeug beherrschen müssen, an.

Das Übungsgelände bot an beiden Tagen dazu reichlich Möglichkeiten. Von Schlamm- und Wasserlöchern, Sand, unebenen Strecken und Schotterstraßen mit teilweise über 40% Steigung war alles dabei.
Vorausschauendes Fahren war angesagt, denn nicht überall wo der Unimog fahren kann, können auch unsere Kleinbusse fahren. Bei den Wellenbahnen musste präzise gefahren werden und mit Einweisern kontrolliert werden, dass das Fahrzeug nicht aufsetzt. Bei manchen Fahrzeugen war dies Millimeterarbeit. Die Steigungen schaffte man nur mit Konzentration, etwas Schwung und dem richtigen Geländegang.

Durch ausreichenden Platz auf dem Übungsgelände war das Rangieren üben mit Anhänger ausgiebig möglich. Das war vor allem für unsere recht neuen Kraftfahrer wichtig. Auch wenn in vielen Fahrschulen mit Tandemanhängern gelehrt wird, sind im THW die meisten Anhänger mit Drehschemel. Und das Rangieren mit zwei Drehpunkten erfordert Übung! Nicht nur das Rangieren mit dem LKW will geübt sein. Auch die Fahrer mit B Führerschein kamen in unterschiedlichen Rangier- und Geschicklichkeitsübungen ins Schwitzen.

An einer der vier unterschiedlichen Stationen wurde der korrekte Umgang mit der Seilwinde gezeigt und anschließend geübt. Die Seilwinde eines Gerätekraftwagens (GKW) kann fünf Tonnen ziehen. Die maximale Zuglast kann mit dem Prinzip eines Flaschenzugs auf 10 Tonnen erhöht werden. Dafür wird neben dem GKW ein zweiter Festpunkt in Form eines zweiten LKWs oder eines Baums benötigt. An diesem wird das Ende des Stahlseils befestigt. An der zu ziehenden Last, in diesem Fall ein anderer LKW, wird das Stahlseil mit einer Umlenkrolle befestigt.

Nachdem an beiden Tagen alle Stationen von allen Teilnehmern absolviert wurden, konnte gegen 14 Uhr die Heimreise angetreten werden. Zu guter Letzt wurden die Fahrzeuge, die an dem Wochenende reichlich Staub und Dreck angesammelt haben, geputzt und die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt.

Du hast Lust auf interessante Technik, schweres Gerät und kannst damit noch anderen Menschen helfen? - Dann komm donnerstags vorbei und lasse dich durch die Grundausbildung zu einer Einsatzkraft ausbilden.


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